Stadtteil I - Innere Stadt

Die Innenstand ist das pulsierende Herz von Bern: Unesco-Weltkulturerbe, Polit-Zentrum, Verkehrsdrehescheibe, Begegnungsorte Pläfe, Bärenplatz, PROGR… Der ursprüngliche Charme ist erhalten und doch ist die Innenstadt modern. Der Bundesplatz lädt mit Wasserspiel nicht nur Touristinnen und Touristen zum Verweilen ein, der Baldachin verbindet Alt und Neu und die Bären leben im Grünen und nicht mehr im Graben. Eine Besonderheit sind die Strassenschilder in der Altstadt: Schwarz, Weiss, Grün, Gelb und Rot. Woher das kommt?

Weit über die Landesgrenze hinaus strahlen die Wahrzeichen Münster, Zytglogge und Bundeshaus mit goldener Kuppel. Als Politik-Zentrum ist Bern und vor allem die Innenstadt immer wieder Ort von politischen Veranstaltungen und Kungebungen. Bern steht für Toleranz und gelebte Demokratie. Das muss so bleiben. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten ist es bis heute nicht gelungen, eine ausgedehnte Fussgänger_innen-Zone zu verwirklichen. Modelle bspw. in der Speichergasse zeigen, dass die Menschen auch in Bern gerne an verkehrsberuhigten Strassen eine Pizza essen oder einen Drink geniessen.

Stadtteil II - Länggasse-Felsenau

Die Länggasse ist das «Quartier Latin» von Bern. Der junge und urbane Stadtteil wird von der Uni Bern geprägt und weist eine enorme Dynamik sowie ein grosses Entwicklungspotenzial auf. Beispiele sind Viererfeld, Welle und Von Roll. Studentinnen und Studenten wohnen und leben im Quartier. Dadurch entstehen immer wieder innovative, frische Ideen. Aber auch zwei Spitäler und die Tierklinik haben ihre Standorte im Stadtteil II. Dank dem Berner Stimmvolk kann nun auf dem Mittel- und Viererfeld ein dichtes, neues Stadtquartier entstehen -  mit einem dringend benötigten Stadtpark. Den Bremer für eine «Waldstadt» abzuholzen, ist keine Perspektive.

Verkehrspolitisch ist die Länggasse ein Versuchslabor und Vorzeigequartier für die ganze Schweiz. Seit den 60-er Jahren steht die Entlastung vom motorisierten Individualverkehr auf der politischen Traktandenliste. Die Mittelstrasse zeigt heute eindrücklich, dass Verkehrsreduktion und Lebensqualität direkt zusammen hängen. Die Kehrseite der Medaille: Der Verkehr ist nicht verschwunden, sondern verlagert und die Mietpreise steigen, weil ruhige Wohnungen attraktiv sind. Apropos Attraktivität: Der Falkenplatz soll rasch belebt werden und der 12er muss durch ein Tram ersetzt werden.

Stadtteil III - Mattenhof-Weissenbühl

Kaum ein Stadtteil ist so vielfältig wie der Stadtteil III - Mattenhof-Weissenbühl. Vom Marzili bis nach Ausserholligen ist es ein langer Weg, den kaum jemand unter die Füsse nimmt. Jeder Bezirk hat seine eigene Identität. Der urbane, neu gestaltete Europaplatz mit dem Haus der Religionen ist Entwicklungsschwerpunkt und wichtige öV-Drehscheibe. An der Mutachstrasse und auf dem ehemaligen Areal der Kehrichtverbrennungsanlage entstehen neue Wohnorte – mit hohem Anteil an genossenschaftlichen Wohnungen. Weiteres Potenzial für preisgünstiges Wohnen besteht auf dem Gaswerkareal, bei dessen Planung die Stadt unverzüglich die Federführung übernehmen muss.

Rund um den Loryplatz hat es viele kleine Lokale, Beizli, Pizzeria, Coiffeur, Apotheke und Mini-Supermärkte mit international ausgerichteten Sortimenten. Dies gibt dem Lorplatz seinen einzigartigen Charakter. Der Platz selber hat aber noch viel Belebungspotenzial. Entwicklungspotenzial besteht auch beim Meinen Areal. Mobilität und Verkehr sind das zentrale Thema am Eigerplatz, der für Fussgängerinnen und Fussgänger noch ein Unort ist. Einzigartig und Anziehungspunkt für viele ist das Marzili. Es ist ein wichtiger wenn nicht der wichtigste Naherholungs- und Freizeitraum für Menschen aus der Stadt und Agglomeration Bern.

Stadtteil IV - Kirchenfeld-Schosshalde

Das Kirchenfeld ist Botschafts- und Museumsquartier und wurde ursprünglich als Stadterweiterung für gehobene Ansprüche erschlossen und bebaut. Zentrale, für die Bevölkerung aber wenig attraktive Orte sind Freudenberg-, Thun- und Helvetiaplatz, welche vom Autoverkehr dominiert werden. Zuviel Verkehr und Lärm herrscht auch entlang der Autobahn und auf Ostring, Thun- und Kirchenfeldstrasse. Doch Milliardenschwere neue Autospuren sind keine nachhaltige Lösung des Verkehrsproblems. Vielmehr müssen Spuren und Tempo reduziert werden. Und der Ostring braucht endlich ein Dach – das ist die einzig schlaue Lösung.

Entspannen tut sich die Quartierbevölkerung in der Ka-We-DE und im Tierpark Dällhölzli. Eine Pionierrolle nimmt der Stadtteil ein, wenn es um neuen Wohnraum geht; begonnen hat es mit Wittikofen, später mit dem Murifeld, weiter ging es mit Schöngrün mit Zentrum Paul Klee, Schönberg Ost und nun mit der Überbauung des ehemaligen Tramdepots beim Burgernziel. Wenig attraktiv ist das Quartier für Velos; es führt noch keine genügend sichere Veloroute durch diesen Stadtteil. Der Entsorgungshof Egelsee ist zwar verschwunden; neue Ideen für eine Nachnutzung sind erst am Entstehen.

Stadtteil V - Breitenrain-Lorraine

Breitenrain und Lorraine stehen für Innovation und Gemütlichkeit. Genossenschaftlicher Wohnungsbau hat Tradition und wer sich für Kleinkunst und gemütliche Beizen interessiert, wird fündig. Im Entwicklungsschwerpunkt Wankdorf, im Stade de Suisse und in der PostFinance Arena geht die Post ab, auch wenn sich YB und seine Fans seit Jahrzehnten nach dem Meistertitel sehnen. Das Nordquartier verfügt auf den Allmenden über wertvolle Grünräume, die für Freizeitaktivitäten unentbehrlich sind. Ein Dauerbrenner ist das für die Bevölkerung wenig nutzbare Kasernenareal.

Die Wohn- und Lebensqualität ist dank Aufwertungen auf den Strassen durch Begegnungszonen hoch. Die erste Velo-Hauptachse ist in Betrieb und der «nöie Breitsch» aufgegleist. Doch durch den vom Bund forcierten Ausbau der Kapazitäten für Autos droht dem Quartier noch mehr Verkehr. Es ist – wie in allen Stadtteilen – notwendig, dass Fuss- und Veloverkehr den notwendigen Platz erhalten, und das Tram nach Ostermundigen muss rasch realisiert werden. Freude macht, wie der Stadtteil mit der Aufnahme von Asylsuchenden umgeht. Die alte Feuerwehrkaserne Viktoria wird von der Bevölkerung breit gestützt nicht nur als Quartierzentrum, sondern auch als Asylunterkunft zwischengenutzt.

Stadtteil VI - Bümpliz-Bethlehem

Bümpliz-Bethlehem ist das Paradebeispiel für den politischen und gesellschaftlichen Wandel der letzten Jahrzehnte. Stadt und Land treffen sich im Westen von Bern. Landwirtschaftszonen grenzen an Wohnquartiere und das multikulturelle Zusammenleben hat Tradition. Dieser Stadtteil hat den höchsten Anteil an Ausländer_innen und ist besonders betroffen von der Jugendarbeitslosigkeit. Wohl deshalb werden im Westen von Bern immer wieder innovative Projekte wie CabaneB als Kunstraum für die Bewohnerschaft des Stadtteils VI oder das Projekt Bildungslandschaft Schweiz lanciert. A propos Bildung: Bald wird der neue Campus für die Fachhochschule Bern in diesem Stadtteil stehen.

Viel getan hat sich in der Wohnbaupolitik. In Brünnen wächst Bern gegen Westen, im Stöckacker entsteht eine ökologische Vorzeigesiedlung und an der Burgunderstrasse wohnen Menschen autofrei. Bern West steht für die Kunstfachhochschule und Kunst, welche dank Schang Hutter nicht an der Friedhofmauer halt macht. Mit dem Tram Bern West ist der Stadtteil heute mit dem öV bestens erschlossen und die erste Fussgängerzone entstand im Herzen von Bümpliz; Tempo 30-Zonen folgten bspw. auf der Brünnen- und Riedbachstrasse. Aktueller Brennpunkt ist die BLS-Werkstatt auf der grünen Wiese; so können Standortentscheide nicht gefällt werden.